JAMES : MILLIONAIRES GERMAN REVIEWS

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Eigentlich habe er den Namen nie gemocht, sagte James-Frontmann Tim Booth und beinahe hätte er ihn auch nicht mehr ertragen müssen. Doch statt der Auflösung kam die Rückbesinnung auf den Spaß an der Sache. Mehr als eine Aussprache war nötig, um James wieder Lust und Frische einzuimpfen, zwei Jahre hat der Todeskampf gedauert. Mit der „Best Of James" wurde vor einem Jahr ein Schlussstrich gezogen, jetzt folgt der Neuanfang. Und der lässt sich mit „Millionaires" gut an. Eine elf Songs starke Pop-Sammlung, die abwechslungsreich, sehr verliebt und optimistisch daherkommt. Die inneren Konflikte der Band, ihre persönlichen Gefühle und ein neues Wir-Gefühl werden nach außen getragen, wenn „I Know What I’m Here For", „Someone’s Got It In For Me" oder mit „Fred Astaire" einer der einfühlsamsten Love-Songs dieses Herbstes aus den Boxen tönen. Dazu geben sich Sinead O’Connor und Jamie Catto (Faithless) die Ehre am Gesang. Unter der Regie von Brian Eno sind James noch einmal durchgestartet - eine Bauchlandung haben sie mit „Millionaires" auf keinen Fall zu befürchten.

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Es gibt sie noch: Die britischen Eklektiker handeln mit Gemischtwaren Die dürfte es doch gar nicht mehr geben, oder? 15 Jahre lang James: Tim Booth und Co. haben sich Auszeiten genommen, sind in die eine oder andere Sackgasse gefahren, haben manchen personellen Ballast abgeworfen. Aber überlebt. Alle — die Smiths und böse Plattenfirmen und Madchester und Brit-Pop und Booths Solo-Trip mit Angelo Badalamenti („Booth And The Bad Angel“) und ein „Best Of“-Album. Am Ende der Dekade, die ihnen zumindest daheim auch den kommerziellen Durchbruch brachte, verströmen sie mit „Crash“ und „I Know What I’m Here For“ verdientermaßen eine gewisse Leichtigkeit des Seins. Hey, einmal Schwein sein! Vielleicht Millionär werden? Oder sich verlieben: „Just Like Fred Astaire“ beschwört noch einmal ewige Boy-meets-Girl-Euphorien, statt dem Verdruss nachzugeben. „We’re Going To Miss You“ verwandelt Kränkung und Wut in einen Sing-a-long mit Kinderliedflair; „Strangers“ lässt tröstend Streicher tropfen auf alle Heimsuchenden dieser Welt: „This is not the end.“ Und wenn es das doch schon sein soll, gehen James halt mit prätentiöser Pose mal kurz dazwischen. „Don’t turn your day into night“ raten sie in „Surprise“, das auch U2 kaum schlechter gekonnt hätten. Produktion: Brian Eno (der schon 1993 „Laid“ beaufsichtigte). Aber der berüchtigte Sound-Zauber, er bleibt doch oft im Zylinder, wirkt richtig nur dort, wo sich plötzlich Räume auftun, die nicht gleich wieder zugestellt werden, wie im ominösen „Hello“. Anderes, wie etwa die Selbstanklage „Someone’s Got It In 4 Me“, ist zwar nur pompös, aber das immerhin mit einem Minimum an Stil. Zu guter Letzt, „Vervaceous“ heißt der Song, leisten sich James sogar den Luxus, eine prominente Gast-Stimme Scifiartig zu verfremden. Floating in space with Sinead O’Connor: dekadenter Frevel, den sich nur Schweine erlauben dürfen. Oder Millionäre.