JAMES : PTMY INTRO.DE REVIEW
Man muss eigentlich nur in einen x-beliebigen Urlaubsort fahren, der von britischen Spaßtouristen bevölkert wird. Bodrum in der Türkei ist ein gutes Beispiel. Da gibt es diese schlimmen Auswüchse, dass man den Ausweis vorzeigen muss, um in diverse Clubs zu gelangen. Klar, wegen des Alters, höre ich einige mutmaßen. Nein, wegen der Nationalität. British only! Du bist Einheimischer? Raus! Saufen und auf den Tischen tanzen, eine britische Spezialität, braucht dann bestimmte Hymnen. In die Riege solcher Hymnen-Bands gehören auch James. Wenn ein ganzer Laden unisono Oh, sit down, oh sit down, sit down next to me grölt, dann ist das faszinierend, so faszinierend wie eine Dokumentation über das Balzverhalten von Elchen. James, das ist so britisch wie fish´n´chips mit vinegar, oder wie Beefcake, den James auf ihrem mittlerweile zehnten Album besingen. Lupenreine Hymnen sind allerdings nicht auf dem neuen Album, Bodrums Partyszene wird wohl keinen Nachschub von James bekommen. Dafür gibt es einige flotte Nummern, um die sich so mancher Britpop Club Betreiber reißen wird. Danach wird es eher melancholisch und nachdenklich. Der Titelsong Pleased To Meet You ist eine Ausgeburt an Düsternis. Auch Songs wie Junkie und The Shining sorgen nicht gerade für Grinselaune. Tims Stimme erweckt den Eindruck, als laste das extreme Auf und Ab, das die Band seit 1983 erlebt hat, auf seiner Seele. Don´t treat me like a god, treat me like a dog aus dem extrem molligen Song Senorita ist wohl das aktuelle Credo von James.