JAMES : WAH WAH GERMAN REVIEWS

Intro.de

"Alle unsere Songs", sagt Tim Booth, Frontmann von JAMES, "sind aus Improvisationen entstanden." Wie aufregend. Ich verstehe etwas anderes unter Improvisationen. Das hier ist es jedenfalls nicht. Zwei Seiten des schönen Papp-Booklets zieren BRIAN ENOs Erklärungen, wie er die Spontaneität wieder aus der Musik herausnimmt. Das reguläre Album wurde tagsüber eingespielt, das improvisierte in langen Nächten von "riesigen Tonbändern" zusammengestellt. Man arbeitete in fast totaler Dunkelheit, "damit wir uns in unseren neuen Landschaften frei bewegen konnten."

ENOugh is ENOugh. Die goldene Ära von JAMES kam in der Saison 1989/90, die Live-Show damals war ein transzendentales Erlebnis. Bei dem halbgöttlichen Stück "Sit Down" setzten sich die Massen tatsächlich hin. "One Man Clapping" ist eins der besten Live-Alben der letzten hundert Jahre. Machester war überfüllt mit Kids in XL-JAMES-T-Shirts.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein ... JAMES haben sich damals in den 80ern vom Merchandising ernährt. Die zwei "Rough Trade"-Singles "Sit Down" und "Come Home" brachten JAMES sogar in Charts-Nähe. Seitdem haben sie leider kaum gute Songs geschrieben, und alles, was hätte gut werden können, wurde zu Tode produziert. "Laid" ist ein belangloses Album und die Improvisationen logischerweise auch. Schade. ENO sollte es eigentlich besser wissen, sonst wird er irgendwann zum PAUL McCARTNEY der Produzentenwelt.